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Flüchtlingslager in Griechenland – Erfahrungsbericht einer Ärztin

Flüchtlingslager in Griechenland – Erfahrungsbericht einer Ärztin

„Da muss man doch unbedingt was tun“ – so habe ich immer auf (Horror-) Geschichten aus Flüchtlingslagern in Griechenland reagiert… nur um diese dann schnellstmöglich wieder zu verdrängen. Jetzt wollte ich zumindest denen zu hören, die tatsächlich etwas getan haben – zum Beispiel Dr. Maria Möller.

Die Ärztin kümmert sich schon seit fünf Jahren intensiv um Asylbewerber in Augsburg (ein Hoch auf engagierte Ärzte, nicht nur wegen Corona). Darauf aufbauend war sie im Jahr 2019 zweimal als „medical volunteer“ im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos.

Dieses Lager entstand schon 2015 als sogenannter EU-Hotspot. Ein Ziel des Hotspot-Systems: Eine schnelle Abfertigung der neu ankommenden Asylsuchenden – in Griechenland sollte dabei auch der EU-Türkei-Pakt helfen. Dass das Ganze unter menschenwürdigen Umständen ablaufen sollte, unterstellen wir mal.

Die Realität des Lagerlebens, wie Maria Möller sie uns aus ihren persönlichen Eindrücken schildert, ist dagegen geprägt von Warten, Enge – und das mit der Menschenwürde funktioniert leider auch nicht so wirklich. Umso mehr, weil die Zahl der geflohenen Menschen in Griechenland seit etwa Juli 2019 rapide zunahm. Diese Eskalation spiegelt sich auch darin, wie Dr Möller ihre beiden Einsätze beschreibt: Der Besuch im Sommer – erfüllend und durchaus hoffnungsvoll.  Der Einsatz im November 2019 – „hat mich einfach geschafft.“

2020 verkompliziert nun auch noch eine globale Pandemie die Lage – um es milde auszudrücken. Wie Dr. Möller die Gefährdung durch Corona auf Lesbos einschätzt, könnt ihr hier nachhören.

Wer mit einer Spende helfen will, kann dies zum Beispiel bei renommierten Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Caritas oder natürlich den Medical Volunteers tun.

Foto: Zeltlager in Moria, Fotograph: Eric Kempson

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