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2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee

2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee

Künstler: The Screenshots

Genre: Fun Punk, Indie-Rock

Zwei Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee. Das ist nicht das Lebensmotto von Michael Wendler, sondern der Titel des neuen Albums der Screenshots. Will man Album und Band mit einem Wort zusammenfassen, dann vermutlich mit: Spannend.

Wer den Hintergrund der Band und den ihrer Mitglieder kennt, für den ist ihre Musik erst recht nicht wirklich greifbar. Die Screenshots sind Dax Werner, Kurt Prödel und Susi Bumms. Zumindest sind das ihre Twitter-Pseudonyme, hier sind die drei mit ihren satirischen Tweets bekannt geworden. Und deswegen könnte man genau das auch vom Album erwarten: Bissige Satire, vor Ironie triefende Texte, Songs, die der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Und diese Momente gibt es natürlich auch:

Früher waren wir wild und unbequem
Heute geht’s um Liebe und Vertrauen
Die neuen Nachbarn sind genau wie wir
Und darum bleiben wir für immer hier

The Screenshots – Wir lieben uns und bauen uns ein Haus

Auf Albumlänge scheint den Screenshots diese Art von Musik aber zu langweilig, zu offensichtlich, zu erwartbar gewesen zu sein – Die Texte sind stellenweise viel weniger offensichtlich ironisch, als gedacht. Humor spielt zwar in irgendeiner Form immer eine Rolle. Aber für Twitterer-Verhältnisse sind die Texte oft erstaunlich wenig pointiert und entfalten sich oft erst in voller Songlänge. Die Songs sind zudem nicht auf einem auffallend simplen lyrischen Niveau, die Screenshots scheinen also auch nicht die Belanglosigkeit deutscher Texte parodieren zu wollen.

Allein wie wenig greifbar dieses Album ist, macht die Screenshots schon extrem spannend. Und dazu kommt dann immer noch diese andere Ebene, denn trotz allem bleibt die Frage: Ist das alles nur ein extrem aufwändiger, breit angelegter Witz? Ist das alles bewusst unironisch angelegt, um irgendwann sagen zu können: „Haha, und ihr Deppen habt alle geglaubt, wir meinen das ernst!“?

Dafür würde natürlich der Hintergrund der drei Musiker sprechen. Neben ihren Twittereien ist etwa Dax Werner auch als Autor für das Satiremagazin Titanic tätig.
Nur haben die Screenshots mittlerweile zwei Alben und zwei EPs veröffentlicht und außerdem zumindest optisch ihre Anonymität aufgegeben. Für einen Witz wirkt das alles mittlerweile unverhältnismäßig aufwändig, kaum vorstellbar, dass sich eine Pointe nach so einem Zeitraum und so einem Input noch anständig entfalten kann.

Und die offensiv ironischen Momente bleiben ja nicht vollständig aus. Das gilt zum Beispiel für die Promophase des Albums. „Wir wollen und müssen in die Charts“, heißt es da immer wieder. Kauft unser Album, kauft unseren Scheiß, macht uns reich und berühmt – 2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee eben.

So bleibt am Ende ein spannendes Bandprojekt, das Raum für Spekulationen und Interpretationen lässt. Und vor allem ein wirklich hörenswertes Album, das neben cleanem Gitarrensound mit thematisch vielfältigen, popkulturell angehauchten Texten überzeugt. Kreativität lässt sich nun mal nicht nur über Satire ausleben.

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