Andorra

Künstler: Fatoni

Genre: Deutschrap, Hiphop, Rap

Fatoni bleibt sich auf seinem zweiten Solo-Album „Andorra“ in den Grundzügen treu. Er schlägt aber auch ernstere Töne, frei von jeglicher Ironie, an.

„Es gibt so Tage, an denen wäre ich lieber Dieter Bohlen
Hätte ein Rezept und würde es immer wieder wiederholen“

Grundsätzlich gilt: Zum Glück hat Fatoni nicht das gemacht, wovon er hier im Song D.I.E.T.E.R. rappt. Er hat nicht einfach sein bewährtes Konzept wiederholt. Das Album unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger „Yo Picasso“.

Natürlich kommt der pointierte, ironisch-kluge Humor an vielen Stellen heraus. Hier bleibt Fatoni seinen Stärken treu. Und auch auf die Storytelling-Songs, die „Yo Picasso“ so außergewöhnlich gut gemacht haben, verzichtet er nicht völlig. Aber auf „Andorra“ schafft er auch Platz für andere Facetten.

So kommen der erste Song „Alles zieht vorbei“ und der letzte Track „Ok Ok Ok“ ohne jede ironische Distanz aus. Er rahmt seine Platte damit mit zwei seiner vielleicht persönlichsten Songs ein und meistert den Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit damit sehr gut.

Die inhaltliche Leitlinie gibt schon der Album-Titel vor. „Andorra“ bezieht sich nicht auf den Entstehungsort der Platte, sondern auf den Andorra-Effekt aus der Sozialpsychologie. Der bezeichnet die (unfreiwillige) Anpassung menschlichen Verhaltens an Urteile und Erwartungen aus dem sozialen Umfeld. Auf der Platte äußert sich das nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch, etwa in einigen trap-artigen Sounds.

Mit „Andorra“ liefert Fatoni einen würdigen Nachfolger für „Yo Picasso“, auf dem er durch den ernsthaften Rahmen eine neue Facette zeigt, die ihm ebenfalls sehr gut steht.

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